Wenn Sie noch nie an einer Krimiparty teilgenommen haben, fragen Sie sich vielleicht, wie so etwas abläuft. Was müssen Sie tun? Was erwartet Sie? Dann sind Sie hier richtig, denn wir erklären Ihnen alles, was Sie wissen müssen.

Zunächst gibt es verschiedene Arten von Krimipartys. Viele Anbieter richten entsprechende Veranstaltungen aus, häufig als Firmenevents in Hotels oder anderen Veranstaltungsorten. Kostüme sind gern gesehen, aber nicht verpflichtend, und Sie müssen selbst keine Rolle übernehmen. Professionelle Schauspieler verkörpern die Figuren; Sie befragen sie und versuchen, den Fall zu lösen. Solche Veranstaltungen können kostspielig sein, denn im Preis sind oft ein Drei-Gänge-Menü oder Begrüßungscocktails enthalten und die Darsteller werden bezahlt. Der Besuch macht Spaß, ist jedoch nicht für jedes Budget geeignet. Deshalb bevorzugen viele Menschen Krimispiele, die sie kaufen und zu Hause veranstalten können. Dabei übernimmt jeder eine Figur und beteiligt sich zugleich an den Ermittlungen.

Wenn Sie oder eine andere Person eine Krimiparty ausrichten möchten, wählen Sie zunächst ein Spiel. Es ist entweder als Schachtel erhältlich, die direkt zu Ihnen geschickt wird, oder als digitales Paket zum Herunterladen. Beide Varianten enthalten alles Nötige und erleichtern die Durchführung erheblich.

 

Was steckt in der Schachtel?

Ein Gastgeberleitfaden mit ausführlichen Anweisungen. Er stellt die Figuren vor, führt sämtliche Beweise auf und erklärt Schritt für Schritt, wie die einzelnen Runden ablaufen und was Sie vorbereiten müssen.

Audio- oder Videodateien enthalten Dialoge oder Animationen, die zu Beginn jeder Runde abgespielt werden. Darin führt der Ermittler die Gäste in den Fall ein und erklärt, was geschehen ist.

Beweismaterial: Üblicherweise werden pro Runde ein oder zwei Beweisstücke aufgedeckt. Die Spielschachtel oder das Downloadpaket enthält Kopien aller Unterlagen; der Gastgeberleitfaden gibt an, wann Sie welches Beweisstück präsentieren.

Figurenhefte: Jede spielbare Figur besitzt ein eigenes Heft mit allen Informationen, die für die Party benötigt werden. Darin stehen Hintergrund und Eigenschaften der Figur, Fragen an andere Beteiligte sowie Antworten auf mögliche Fragen. Die Hefte werden zu Beginn der Party verteilt.

Eine Figurenliste führt alle Rollen mit einer kurzen Beschreibung auf. Kostümvorschläge vermitteln den Gästen außerdem eine Vorstellung davon, wen sie am Abend verkörpern.

 

Vor der Party

Sobald Spiel und Gästeliste feststehen, sieht sich der Gastgeber die Figurenliste an und verteilt die Rollen. Ein guter Gastgeber erledigt das im Voraus. Manche lassen ihre Gäste selbst wählen, doch das kann zu Konflikten führen und nimmt ihnen die Zeit zur Vorbereitung. Wer seine Figur, ihre Persönlichkeit und den passenden Kleidungsstil frühzeitig kennt, kann sich wesentlich leichter auf den Abend einstellen. Falls Ihnen noch keine Rolle zugeteilt wurde, fragen Sie beim Gastgeber nach einer Figur oder zumindest nach weiteren Informationen darüber, was Sie erwartet.

Sie müssen keinen Text auswendig lernen, denn Ihr Heft erhalten Sie bei der Ankunft. Vorher brauchen Sie sich nur um das Kostüm zu kümmern und zu klären, ob Sie Speisen oder Getränke mitbringen sollen oder der Gastgeber alles bereitstellt. Fragen Sie im Zweifel einfach nach.

 

Bei der Ankunft

Bei Ihrer Ankunft überreicht Ihnen der Gastgeber das Figurenheft. Darin erfahren Sie, wer Ihre Figur ist, was sie denkt und wann sie etwas sagen soll. Ein gut geschriebenes Heft enthält alles, was Sie durch die Veranstaltung führt. Krimipartys verlaufen in mehreren Runden; entsprechend ist das Heft in Abschnitte gegliedert. Markierungen zeigen Ihnen, wo Sie vor jeder neuen Runde mit dem Lesen aufhören. Ein guter Gastgeber weist zusätzlich darauf hin, wann ein Abschnitt gelesen werden darf und wann Schluss ist.

Klären Sie vorab, ob Sie bereits in Ihrer Rolle erscheinen oder zunächst als Sie selbst ankommen und erst nach einem gemeinsamen Startsignal in die Figur schlüpfen. Die Spiele von Masters of Mystery sind mit wechselndem Täter mehrfach spielbar. Daher empfehlen wir, dass alle zunächst als sie selbst eintreffen und der Gastgeber den Spielbeginn bekannt gibt. Wenn Sie Ihr Heft erhalten haben, lesen Sie auf der ersten Seite, wer Ihre Figur ist und in welcher Beziehung sie zum Opfer stand. Danach hören Sie zunächst auf.

Vor dem Spiel hat der Gastgeber entsprechend der Gästezahl Buchstaben oder Zahlen auf Zettel geschrieben, diese gefaltet und in eine Schachtel oder einen Hut gelegt. Sobald alle da sind, zieht jeder einen Buchstaben oder eine Zahl. So wird der Täter vollkommen zufällig bestimmt.

Merken Sie sich Ihre Zahl oder Ihren Buchstaben, denn danach richtet sich am Ende die Reihenfolge der Enthüllungen. Nur der Täter weiß, wer schuldig ist. Am einfachsten schreibt der Gastgeber auf einen Zettel „Täter“ und mischt ihn unter die Zahlen oder Buchstaben, sodass auch diese Rolle zufällig gezogen wird.

In den Figurenheften von Masters of Mystery stehen zu den Fragen jedes Abschnitts zwei mögliche Antworten: eine für „schuldig“ und eine für „unschuldig“. Sind Sie der Täter, lesen Sie die schuldige Variante vor; andernfalls verwenden Sie die unschuldige.

 

Runde eins: Vorstellung und Kennenlernen

Sobald das Spiel beginnt, bleiben Sie während der gesamten Veranstaltung in Ihrer Rolle. In der ersten Runde lernen Sie die eigene Figur und die anderen Beteiligten kennen. Der Gastgeber sagt Ihnen, wann Sie umblättern und den nächsten Abschnitt lesen dürfen. Anschließend spielt er die erste Audio- oder Videodatei ab: Der Ermittler stellt sich vor und informiert alle über den Mordfall.

Danach präsentiert sich jeder Spieler den übrigen Gästen. Lesen Sie auf Aufforderung die vorbereitete Einführung in Ihrer Rolle vor; üblicherweise steht sie direkt nach der Figurenbeschreibung. Wer sich sicher fühlt, kann ein wenig improvisieren. Wenn Sie das nicht möchten, ist das ebenfalls kein Problem – alle erforderlichen Informationen sind für Sie ausformuliert.

Beispiel: „Guten Abend – wobei es kein besonders guter Abend ist, nicht wahr? Eine schreckliche Angelegenheit. Ich hatte lediglich auf eine ruhige Reise durch Europa gehofft, auf etwas dringend benötigte Erholung, bevor ich nach Hause zurückkehre und wieder zum Militär gehe. Besonders gern mochte ich das Opfer nicht; er hatte eine unangenehme Art und wirkte auf mich zwielichtig. Aber jemanden nicht zu mögen und ihn zu ermorden, sind zwei vollkommen verschiedene Dinge.“

Da die Vorstellungsrunde sehr schnell vorüber sein kann, hat Masters of Mystery eine zusätzliche Gerüchterunde eingebaut. Nach der eigenen Einführung erzählt jede Figur einen Klatsch, den sie über jemand anderen gehört hat. So erfahren alle mehr über eine weitere Rolle, während sich der Verdacht von Ihrer Figur weg und auf eine andere richtet. Auch hier können Sie nach Belieben improvisieren oder einfach beim vorgegebenen Text bleiben.

Beispiel: „Ich glaube, irgendwo gelesen zu haben, dass der Colonel als vermisst galt. Sein Flugzeug stürzte wohl irgendwo in der Schweiz ab, und bis zum Ende des Krieges fand niemand eine Spur von ihm.“ 

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Getränke oder Canapés zu reichen, während sich alle in ihre Rollen einfinden. Die Gäste können sich unter die anderen mischen und in ihrer Figur Klatsch austauschen – oder einfach über die eigene Rolle und das Gehörte nachdenken.

 

Runde zwei: Erste Befragung

Nach den Vorstellungen und Gerüchten beginnt die erste Befragung. Der Gastgeber spielt den nächsten Teil der Audio- oder Videobotschaft des Ermittlers ab. Dabei werden die ersten Beweisstücke aufgedeckt und Sie erfahren mehr über das Opfer. Anschließend weist der Gastgeber Sie an, umzublättern und den nächsten Abschnitt zu lesen.

Jede Figur darf einer anderen eine Frage stellen. Welche Frage an wen gerichtet wird, steht im Heft.

Beispiel: Jemand hat gehört, wie Sie vorhin gestritten haben. Worum ging es?

Wird Ihrer Figur eine Frage gestellt, gibt es zwei Antwortmöglichkeiten. Sind Sie der Täter, lesen Sie unten auf der Seite die Variante im Feld „schuldig“ vor; andernfalls wählen Sie das Feld „unschuldig“. Feine Unterschiede zwischen den Antworten geben den anderen Hinweise darauf, ob Sie schuldig sein könnten.

Nachdem jeder eine Frage gestellt und beantwortet hat, endet die Runde. Spielen Sie als Krimidinner, können Sie nun die Vorspeise oder den ersten Gang servieren. Nutzen Sie die Pause außerdem, um über Ihre bisherigen Erkenntnisse nachzudenken und bei Bedarf Notizen zu machen.

 

Runde drei: Zweite Befragung

Murder Mystery Party Guests

Die zweite Befragung beginnt mit dem nächsten Audio- oder Videoabschnitt des Ermittlers. Sie erfahren mehr über den Fall, und neue Beweise kommen ans Licht. Diese Erkenntnisse beeinflussen natürlich die folgenden Fragen.

Erneut darf jede Figur einer anderen eine Frage stellen und muss selbst eine beantworten. Das Prinzip bleibt gleich: Der Täter liest die Variante „schuldig“, alle anderen verwenden die Antwort „unschuldig“.

Wenn alle gefragt und geantwortet haben, können Sie den zweiten Gang oder das Hauptgericht servieren und Ihre Notizen ergänzen. Mittlerweile fühlen Sie sich hoffentlich sicherer in Ihrer Rolle. Dann ist dies eine gute Gelegenheit, in der Figur mit anderen zu sprechen, unklare Aussagen wiederholen zu lassen oder einfach gemeinsam zu improvisieren. Falls Sie dazu noch nicht bereit sind, ist das vollkommen in Ordnung.

 

Runde vier: Dritte Befragung

Nun folgt die letzte Befragung. Der Gastgeber spielt die nächste Botschaft des Ermittlers ab und enthüllt das abschließende Beweisstück. Danach stellen Sie Ihre letzte Frage an eine Figur und beantworten selbst eine, indem Sie den Abschnitt „schuldig“ oder „unschuldig“ vorlesen.

Anschließend können Sie Ihre Notizen und bei Bedarf die Beweise noch einmal prüfen. Bitten Sie andere Figuren um Erläuterung unklarer Aussagen und genießen Sie den letzten Gang oder das Dessert.

 

Schlussfolgerungen und Abschlussplädoyers

Gut gemacht, Sie sind fast am Ziel. Alle Beweise liegen vor und sämtliche Fragen wurden gestellt. Nun sprechen Sie Ihre Beschuldigungen aus. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Der Gastgeber kann per Handzeichen abstimmen lassen und die Stimmen zählen. Alternativ schreibt jeder seine Anschuldigung auf einen Zettel; der Gastgeber sammelt die Zettel ein und geht sie gemeinsam mit der Gruppe durch.

Beispiel:  Ich beschuldige ___________________, Raymundo Masetti ermordet zu haben. Ich glaube, das Motiv war _______________________________________
 

Jetzt erfahren Sie, wer es war. Hier kommen die zu Beginn gezogenen Zahlen oder Buchstaben ins Spiel. Am Ende jedes Figurenhefts steht ein Abschlussplädoyer. Wie bei den Fragen gibt es eine schuldige und eine unschuldige Version. Beginnend mit der Person, die „1“ oder „A“ gezogen hat, lesen alle nacheinander ihr unschuldiges Plädoyer vor. Dabei dürfen Sie die Gäste, die Sie verdächtigt haben, gern spielerisch in Ihrer Rolle aufziehen.  

Die Person mit dem letzten Abschlussplädoyer ist der Täter. Sind Sie es, dürfen Sie die Enthüllung gebührend auskosten: Lesen Sie Ihr schuldiges Geständnis mit Leidenschaft und Zorn vor, erklären Sie Ihre Tat und warum das Opfer sie Ihrer Meinung nach verdient hatte – und lachen Sie darüber. Werden Sie fliehen oder sich widerstandslos ergeben? Vielleicht hat der Gastgeber bereits ein Ende geplant; spielen Sie mit und haben Sie vor allem Spaß. Hat jemand Sie verdächtigt, oder sind Sie unbemerkt davongekommen?

 

Nach dem Spiel

Wenn das Spiel vorbei, der Täter entlarvt und entweder geflohen oder verhaftet ist, dürfen Sie Ihre Rolle ablegen. Entspannen Sie sich bei einem Getränk und sprechen Sie darüber, wie Ihnen das Spiel gefallen hat.

Manche Gruppen veranstalten anschließend eine kleine Preisverleihung. Jetzt können Sie Urkunden, Medaillen, Pokale oder einfach lustige Kleinigkeiten verteilen. Hat der Täter gewonnen und überzeugend jeden Verdacht vermieden? Wer war die beste Spürnase? Hat jemand den Täter richtig erkannt?

Weitere Auszeichnungen:

  •  Wer wirkte am schuldigsten? Wer erhielt die meisten Stimmen, obwohl er gar nicht der Täter war?  
  • Wer blieb am überzeugendsten in seiner Rolle?
  • Wer trug das beste Kostüm des Abends?

Ihnen fallen bestimmt noch viele weitere Kategorien ein. Ein guter Gastgeber achtet darauf, dass alle Freude hatten und mit einem Erfolgserlebnis nach Hause gehen. Denken Sie daran: Die Spiele von Masters of Mystery lassen sich mehrfach spielen. Als Gastgeber können Sie dieselbe Veranstaltung wiederholen und dabei andere Figuren sowie einen neuen Täter wählen. Entdecken Sie außerdem unsere große Auswahl an Spielen und Themen. Viel Spaß beim Ermitteln!

 

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